zu viel im Kopf

weil "Denkarium" schon belegt war

Montagskolumne: Antifeministische Scheiße des Monats

- 19. August 2015

Die großartige Robin hat mal wieder einen langen und zu recht wütenden Post verfasst.
Man denkt ja immer, in Zeiten von Aufgabenteilung und „Elternzeit für Vater und Mutter“ hätten endlich mal alle verstanden, dass Kinderbetreuung und -erziehung eine Sachen von beiden Elternteilen ist. Aber wenn ich lese, was Robin da rausgesucht hat, sind wir davon noch verdammt weit entfernt. Aber gut, ein Arbeitskollege meinte letztens ja auch, dass ein Kind nur seine Mutter brauchen würde (erklärt, warum er seines vernachlässigt), also warum bin ich eigentlich überrascht?

Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich noch ein Kleinkind war. In den ersten Jahren danach zahlte mein Vater unregelmäßig und meldete sich noch seltener, und als ich ca. 10 Jahre alt war, hörte alles ganz auf. Aber auch die Zeit davor hatte es außer einem Kinobesuch pro Jahr und einem Geschenk zu Weihnachten und zum Geburtstag auch schon nichts gegeben. Keine Papa-Wochenenden, keine netten Telefonate, keine Elternabende. Wäre er gestorben, hätte ich es wahrscheinlich monatelang nicht mitbekommen.
Der Grund war ganz offensichtlich, dass er keinen Bock auf Kinder hatte. Er war jung, er wollte Spaß. Ich passte da nicht rein. Aber was war SEINE Ausrede? Meine Mutter würde den Kontakt nicht wollen. Ähm… nein?! Meine Mutter hat niemals schlecht von ihm geredet, nie vor mir über ihn geschimpft, ihn nie an der Tür abgewiesen, wenn er spontan vorbeikam (was so ungefähr dreimal passiert ist). Ihr einziges „Verbrechen“: Als er einmal fragte, ob er spontan am Wochenende etwas mit mir unternehmen könnte, sagte sie: „Dieses Wochenende geht nicht, wir sind auf dem Geburtstag von Kittys Oma.“ Wie kann sie es wagen, nicht zu springen und alles abzusagen, wenn Herrn von und zu ganz plötzlich einfällt, dass da noch eine Miniaturversion von ihm herumläuft? Jedenfalls war ab diesem Tag ganz Schicht im Schacht. Aber eigentlich war es das schon direkt nach der Scheidung. Denn zum Termin beim Jugendamt zwecks Sorgerechtsklärung ist er gar nicht erst erschienen.
Aber „gegen einen wirklich desinteressierten Vater kann man wenig ausrichten“, nicht wahr?

robins urban life stories

Hallo und Willkommen zu meiner dritten Montagskolumne, die am 3. Montag des Monats für die, treffend betitelt, „Antifeministische Scheiße des Monats“ reserviert war. War? Dazu mehr am Schluss.

Antifeministen sind, so tough sie sich auch gerne geben, Witzfiguren. Damit lag für mich der Gedanke nahe, die lächerlichsten Ergüsse dieser Sorte Mensch zu sammeln und mich darüber genüsslich lustig zu machen. Damit hätte diese antifeministische Scheiße wenigstens noch den Sinn, Leute zum Lachen zu bringen, die im Kopf halbwegs normal geblieben sind. Schadenfreude ist was schönes.

So sah mein Plan aus. Doch das heutige Thema ist leider gar nicht komisch. Es ist sogar das unkomischste, was mir seit langer Zeit vor die Linse gekommen ist.

Es war mal wieder einer dieser stinkfaulen Artikel auf dem antifeministischen Evo-Blog „Alles Evolution“, der lediglich aus einem Zitat und ein, zwei hingerotzten Sätzen besteht mit dem Titel „Wie umgehen mit dem Gutwettervater?“ Thema ist eine…

Ursprünglichen Post anzeigen 2.780 weitere Wörter

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